Institut Mensch, Technik und Teilhabe


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Erprobung von Pflegetechnologien für Menschen mit kognitiven Einschränkungen in der Akutpflege im PPZ Freiburg

Im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes PPZ-Freiburg (https://imtt.hs-furtwangen.de/imtt/portfolio/ppz-freiburg/) werden seit 2018 unterschiedliche Pflegetechnologien auf Normal-und Intensivstationen im Universitätsklinikum Freiburg (UKF) erprobt, wovon im Folgenden zwei Technologien vorgestellt werden:

Bettausstiegsinformation:

Patient:innen mit kognitiven Beeinträchtigungen, wie beispielsweise einem dementiellen Syndrom, weisen als häufige Begleiterscheinung sogenannte „Weg- oder Hinlauftendenzen“ auf. Dieses Verhalten kann dann bei gleichzeitig beeinträchtigter Orientierung und/oder motorischer Defizite Stürze zur Folge haben. Technologien mit Bettausstiegsinformation informieren das Pflegepersonal über das Verlassen des Bettes von Patient:innen. Von Juli bis Dezember 2020 wurde die Sensormatte Actilog Basic S (Abbildung 1) auf vier Normalstationen des UKF eingeführt und begleitend evaluiert. Die kabelfreie Sensormatte wir unter der Matratze positioniert und übermittelt bei Druckentlastung ein Funksignal an die Rufanlage der Station. Der Fokus der Studie lag auf den durch die Sensormatte induzierten Auswirkungen auf die Pflegenden. Zur Beantwortung der Fragen hinsichtlich Akzeptanz, Einstellung und Belastung durch die technische Veränderung wurden unter anderem Befragungen und Gruppendiskussion vor, während und nach dem Einsatz durchgeführt. Zurzeit befindet sich die Auswertung in der finalen Phase. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Einstellung gegenüber neuen Pflegetechnologien positiv ist, wenn sowohl ein Mehrwert für die tägliche Arbeit für die Pflegenden ersichtlich ist und die Beziehungsqualität zu den Patient:innen durch die Nutzung von technischen Systemen nicht beeinträchtigt wird.

Audiovisuelles Projektorsystem:

Ein weiteres Phänomen von Patient:innen mit kognitiven Beeinträchtigungen im Krankenhaus kann (verstärkte) Desorientierung und Verunsicherung sein. Auslöser sind häufig die fremde und sterile Umgebung, unbekannte Gesichter sowie gänzlich andere Tageabläufe als zuhause. Der Tageslichtprojektor Qwiek.up bietet das Potential diese für Pflegende und zu Pflegende belastenden Situationen zu verbessern. Mithilfe von vorgefertigten Modulen, beispielsweise einem Waldspaziergang oder Sternenhimmel aber auch individuell erstellten Inhalten soll Qwiek.up je nach Bedarf eine beruhigende, aktivierende oder (re)orientierende Wirkungen habenn. Die positiven Ergebnisse einer kleinen Testphase stellen die Basis der im März 2021 beginnenden explorativen Studie dar. Die sechsmonatige Erhebungsphase soll mithilfe von Befragungen, Beobachtungen und Videographie tiefere Erkenntnisse über den Nutzen, die Chancen und auch Grenzen einer solchen Technologie in der Akutpflege aufzeigen.